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Veredelung
von Karton durch Kaschieren, Beschichten und Imprägnieren Die
Veredelung von Packstoffen kann durch Kaschieren erfolgen. Dabei werden zwei
oder mehrere Materialien durch ein Kaschiermittel miteinander verbunden. Wachskaschierverfahren Hier
werden zwei Materialien z.B. Graukarton und gestrichenes Papier durch
geschmolzenes Wachs miteinander verbunden. Das Wachs wird bei Temperaturen um
1000 c und mit einer Auftragsdicke von ca. 10 g/m2 auf die Trägerbahn
aufgebracht. Mit einem Presseur wird die zu kaschierende Bahn auf die
beschichtete Bahn aufgepresst und fest miteinander verbunden. Die
Wachskaschierung ergibt Verbunden guter Steifigkeit und Wasserdampfdichte. Die
Kaschierung mit Pergament ergibt ein fettfestes Verbundmaterial.
Leimkaschierverfahren (Nasskaschierung) Hier
werden wasserhaltige Bindemittel zur Verbindung der Materialien verwendet
Die in der Bahn befindliche Feuchtigkeit muss in einem Trockenkanal auf den
erforderlichen Wert getrocknet werden, was beim Wachskaschieren nicht notwendig
ist Leimkaschierte Kombinationen sind nicht so elastisch wie wachskaschierte Die
Leimkaschierung ist wärmefest, besitzt aber keine Barriereeigenschaften, es sei
denn, es erfolgt eine Kaschierung mit Alu- oder Kunststoff-Folien.
Unter
Beschichten versteht man das Aufbringen einer mehr oder weniger geschlossenen
Schicht auf eine Papier- oder Kartonoberfläche. Die
Beschichtung erfolgt mit wässrigen Kunststoffdispersionen wie
Polyvinylidenchlorid (PVDC), Lösungsmittellacken, aber auch Schmelzen aus Polyethylen
(PE) oder Hotmelts im Extrusionsverfahren. Zweck
der Beschichtung ist es, den Karton in seinen Eigenschaften für den bestimmten
Verwendungszweck zu optimieren. Die
Dispersionen werden durch Walzen aufgetragen und mittels einer Luftbürste oder
eines Rakels gleichmäßig verteilt. Dem aufgetragenen Film wird im Trockenkanal
das Wasser mittels Heißluft oder Infrarottrocknung entzogen. Die Beschichtung
hat dann eine glatte, porenfreie Oberfläche und ist geruchs- und
geschmacksfrei. Die
Auftragsmenge der Beschichtung beträgt je nach Saugfähigkeit des Kartons rund
8 - 10 g/m² Trockensubstanz pro Maschinendurchgang.
Eine
weitere Möglichkeit bieten Beschichtungen mit Hotmelts. Die Verarbeitung
geschieht ähnlich wie beim Wachskaschierverfahren. Diese Beschichtungen ergeben
eine hohe Siegelnahtfestigkeit, gute Wasserdampfdichte und sind physiologisch
unbedenklich. Der Vorteil der Hotmelts liegt bei der niedrigen Siegeltemperatur
(etwa 100° C). Beschichtung
mit Heißsiegellacken: Bei
diesem Verfahren wird ein Lösungsmittellack auf das Material aufgetragen und
getrocknet. Um einen guten Siegeleffekt zu erzielen, wird der Lack mit Flächengewichten
von 5 - 15 g/m² aufgetragen. Spezielles Anwendungsgebiet sind Blisterpackungen. Extrusionsbeschichtung
/ Kaschierung: Hier
werden zur Beschichtung Kunststoffgranulate, vorwiegend PE verwendet. Das
Granulat wird über eine beheizte Schneckenpresse thermoplastisch gemacht. Die
flüssige Schmelze wird über eine Breitschlitzdüse auf die Trägerbahn
aufgebracht. PE beschichtete Verpackungsmaterialien bieten aufgrund der
Eigenschaften des PE, speziell der Wasser- dampfdichte, gute Voraussetzungen für
das Verpacken von feuchten und hygroskopischen Füllgütern. Die
Haftung von PE ist auf rauen Trägermaterialien wie Karton grundsätzlich besser
als auf glatten Materialien. Zur besseren Haftung der Druckfarbe wird PE mit
Entladungen eines Hochfrequenzfeldes behandelt, wodurch die Oberfläche oxydiert
und aufgeraut wird (Coronabehandlung). Ebenso wie die Kunststoffschmelze als
Beschichtung auf eine Trägerbahn aufgebracht werden kann, lässt sie sich als
Haftvermittler für Kaschierzwecke einsetzen. Man spricht von einer
Extruderkaschierung. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt in erster Linie in der
Einhüllung der Kunststoffschicht, wodurch eine hohe Wasserdampfsperre entsteht.
Aus einer derartigen Kartonkombination hergestellte Faltschachteln lassen sich
z.B. mit Kaltleim verkleben.
Durch
das Imprägnieren können Papieren und Karton ganz bestimmte Eigenschaften
verliehen werden. Imprägnieren und Beschichten sind zwei Verfahren, bei denen
eine klare Abgrenzung nicht immer möglich ist. Bei
der Beschichtung erhält man aber in jedem Fall eine zusammenhängende Oberflächenschicht.
Bei der Imprägnierung braucht das nicht der Fall zu sein, da das Material oft
mit flüssigen Imprägniermitteln getränkt wird, die in den Karton
eindringen.
Imprägnierungen
werden durchgeführt, um spezielle physikalische Kartoneigenschaften zu
beeinflussen wie z.B. die Nassfestigkeit, Dichtigkeit, Bedruckbarkeit und
Abriebfestigkeit. Ferner lassen sich durch Imprägnierung Chemikalienbeständigkeit
und antibakterielle Wirkung erzielen. Als Imprägniermittel werden hauptsächlich
Harze, Leime, Kunststoffdispersionen und Paraffine eingesetzt. Das Auftragen der Imprägniermitte] kann durch Spritzen, Tauchen, Walzenauftrag, Bürstenauftrag, Ausgießen oder auch durch Einwirkung von Vakuum erfolgen. Je nachdem, ob Bahnen, Zuschnitte oder Hohlkörper imprägniert werden, wird man das eine oder andere Verfahren anwenden.
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Copyright © 2005 Peter Schmid - Wissenschaftliche Beratung
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